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HubSpot vs. Pipedrive vs. Zoho: Welches CRM für kleine und mittlere Unternehmen?

Kleines Vertriebsteam, knappes Budget oder Marketing und Service in einem System? Welches der drei CRMs zu deinem KMU passt, ehrlich eingeordnet nach Anwendungsfall, mit realistischen Preisrahmen.

Joshua Kresse
Joshua Kresse
Founder · Pipewave

HubSpot vs. Pipedrive vs. Zoho: Welches CRM für kleine und mittlere Unternehmen?

HubSpot, Pipedrive oder Zoho? Die kurze Antwort hängt daran, was dein CRM eigentlich leisten soll. Willst du vor allem deinen Vertrieb sauber führen und schnell loslegen, ist Pipedrive meist die pragmatischste Wahl. Sollen Marketing, Vertrieb und Kundenservice in einem System zusammenlaufen und hast du vor zu wachsen, spricht viel für HubSpot. Und wenn das Budget knapp ist oder du ohnehin schon andere Zoho-Tools nutzt, bekommst du mit Zoho CRM am meisten fürs Geld.

Das Wichtigste in Kürze
Für ein kleines Vertriebsteam, das schnell starten will und wenig Budget hat, ist Pipedrive oft die naheliegendste Wahl.
HubSpot lohnt sich, sobald Marketing, Vertrieb und Service in einem System laufen sollen und du wachsen willst.
Zoho CRM ist der günstigste Einstieg und am weitesten anpassbar, verlangt aber mehr Einrichtungsarbeit.
Ich arbeite überwiegend mit HubSpot, empfehle es aber nicht pauschal. Für reine Vertriebsteams ohne Marketing-Ambitionen ist es häufig überdimensioniert.
Der teuerste Fehler ist selten das falsche Tool, sondern schlechte Datenqualität und eine übereilte Migration.

Die Kurzfassung: Welches CRM für wen?

Deine SituationEmpfehlung
Kleines Vertriebsteam, schneller Start, schmales BudgetPipedrive
Marketing, Vertrieb und Service in einem System, WachstumspläneHubSpot
Sehr preissensibel oder schon andere Zoho-Tools im EinsatzZoho CRM
Viele eigene Anpassungen nötig, technisches Team vorhandenZoho CRM
Wenig Zeit für die Einrichtung, Wert auf einfache BedienungHubSpot oder Pipedrive

Im Kern tun alle drei dasselbe. Sie speichern Kontakte, Firmen und Deals und helfen dir, im Vertrieb den Überblick zu behalten. Ob eines davon zu dir passt, entscheidet sich weniger an einer Feature-Liste als an deinem Anwendungsfall. Gehen wir die drei durch.

Ich bin kein neutraler Beobachter

Bevor ich einordne, die Offenlegung: Ich baue bei Pipewave CRM- und Automatisierungslösungen für B2B-Unternehmen und setze dabei überwiegend HubSpot ein. Ich kenne das System bis in die Ecken, in die die meisten nie schauen. Das färbt ab.

Trotzdem empfehle ich HubSpot nicht jedem, der fragt. Ich habe genug Fälle gesehen, in denen ein Team einen HubSpot-Vertrag unterschrieben hat und am Ende 10 % davon genutzt hat. Für so jemanden wäre Pipedrive günstiger und weniger frustrierend gewesen. Genau diese Ehrlichkeit versuche ich hier durchzuhalten: für welchen Fall welches Tool wirklich die bessere Wahl ist.

HubSpot: wenn alles in einem System zusammenlaufen soll

HubSpot ist keine reine Vertriebssoftware, sondern eine Plattform. Kontakte, Deals, E-Mail-Marketing, Formulare, Landingpages, Ticketsystem und Reporting sitzen im selben Datenmodell. Wenn ein Lead über ein Formular reinkommt, sieht der Vertrieb sofort, welche Seiten die Person besucht und welche Mails sie geöffnet hat. Diese Verbindung zwischen Marketing und Vertrieb ist der eigentliche Grund, warum Firmen zu HubSpot greifen.

Der Einstieg ist kostenlos und ernst gemeint, kein bloßes Lockangebot. Viele meiner Kunden fahren monatelang auf dem Free-Tier, bevor überhaupt Kosten entstehen. Wächst der Bedarf, schaltest du einzelne Hubs oder höhere Tarife dazu.

Wofür HubSpot stark ist
Marketing, Vertrieb und Service teilen sich ein System und ein Kontaktprofil.
Ehrlicher kostenloser Einstieg, der mit dem Unternehmen mitwächst.
Große Auswahl an fertigen Integrationen und ein aktives Partnernetz.
Oberfläche, die auch nicht-technische Teams schnell verstehen.
Wo es hakt
Der Sprung von Starter auf Professional kostet spürbar mehr.
Viele Funktionen hängen an höheren Tarifen oder kostenpflichtigen Zusatz-Hubs.
Für ein reines Vertriebsteam oft mehr Werkzeug, als gebraucht wird.

Nimm HubSpot, wenn Marketing und Vertrieb enger zusammenarbeiten sollen und du planst, das System über Jahre auszubauen. Lass die Finger davon, wenn du nur eine Pipeline für drei Vertriebler brauchst und Marketing-Automation gerade keine Rolle spielt. Dann zahlst du für Möglichkeiten, die niemand anfasst. Wie so eine Einführung konkret abläuft, habe ich in meinem HubSpot-Ratgeber beschrieben.

Pipedrive: das schlanke Vertriebs-CRM

Pipedrive macht eine Sache und die gut: Deals durch eine Pipeline schieben. Die Oberfläche ist um genau diese Aufgabe herum gebaut. Du siehst deine Deals als Karten in Spalten, ziehst sie von Stufe zu Stufe, und jeder im Team versteht das Prinzip in fünf Minuten. Genau deshalb wird tatsächlich damit gearbeitet, statt dass das CRM nach zwei Wochen verwaist.

Eingerichtet ist Pipedrive in Stunden, nicht in Wochen. Für ein junges Vertriebsteam, das gestern hätte anfangen wollen, ist das ein echtes Argument.

Wofür Pipedrive stark ist
Auf Vertrieb zugeschnitten, in Stunden eingerichtet.
Übersichtliche Pipeline, an der Vertriebler wirklich arbeiten.
Berechenbarer Preis pro Nutzer, ohne große Sprünge.
Wo es hakt
Marketing-Funktionen sind dünn und teils nur als Zusatzprodukt zu haben.
Bei komplexerem Reporting und verzweigten Prozessen schnell an der Grenze.

Nimm Pipedrive, wenn dein CRM in erster Linie den Vertrieb organisieren soll und ihr keine große Marketing-Maschine dahinter braucht. Sobald automatisierte Kampagnen, Lead-Scoring oder tiefes Reporting wichtig werden, stößt du an Grenzen und rüstest mit Zusatztools nach. Ab da wird der vermeintlich günstige Preis relativ.

Zoho CRM: am günstigsten, am flexibelsten, am fummeligsten

Zoho CRM bekommst du für einen Bruchteil dessen, was HubSpot in vergleichbarem Umfang kostet. Dahinter steht mit Zoho ein riesiges Ökosystem: Mail, Buchhaltung, Support-Desk, Projektmanagement. Wenn du davon schon Teile nutzt, greifen die Systeme gut ineinander, und das CRM fügt sich ein.

Anpassbar ist Zoho enorm. Du kannst eigene Module bauen, Felder und Automatisierungen nach deinen Prozessen formen und tief ins Detail gehen. Der Preis dafür ist Zeit. Die Oberfläche wirkt an manchen Stellen altbacken, und die volle Stärke zeigt sich erst, wenn jemand das System sauber konfiguriert hat.

Wofür Zoho stark ist
Günstigster Einstieg der drei, sehr gute Preis-Leistung.
Weit anpassbar, eigene Module und Automatisierungen möglich.
Teil des großen Zoho-Ökosystems mit Mail, Books und Desk.
Wo es hakt
Oberfläche wirkt altbackener, die Einarbeitung dauert länger.
Volle Stärke erst nach spürbarem Konfigurationsaufwand.
Support und Dokumentation sind uneinheitlicher als bei HubSpot.

Nimm Zoho, wenn das Budget eng ist, du gerne selbst schraubst oder ohnehin im Zoho-Kosmos unterwegs bist. Wenn du dagegen ein Tool willst, das ohne viel Einrichtung sofort rund läuft, wirst du an Zoho öfter seufzen als an den anderen beiden.

Was kostet das Ganze?

Preise ändern sich ständig und hängen an Tarif, Nutzerzahl und Zusatzmodulen. Die folgenden Zahlen sind Richtwerte für die Einstiegs- bis mittleren Tarife, gerechnet pro Nutzer und Monat. Sie sollen die Größenordnung zeigen, keine exakte Angebotskalkulation.

Einstiegstarife: Kosten pro Nutzer und Monat (Richtwerte)
Zoho CRM (Standard)ca. 14 €
Pipedrive (Einstieg)ca. 19 €
HubSpot Sales (Starter)ca. 20 €

Grobe Orientierung für kleine Teams, Stand 2026. Zoho und Pipedrive rechnen linear pro Nutzer. Bei HubSpot ist der Free- und Starter-Bereich günstig, der eigentliche Kostensprung kommt beim Wechsel auf Professional, wo je nach Hub schnell dreistellige Monatsbeträge zusammenkommen.

Auf der Einstiegsebene nehmen sich die drei also wenig. Der Unterschied liegt woanders. Bei Pipedrive und Zoho bleibt der Preis über die Nutzerzahl berechenbar. Bei HubSpot ist der Einstieg günstig, aber sobald du Marketing-Automation, mehr Reporting oder Service dazunimmst, landest du in den Professional-Tarifen, und dort wird es deutlich teurer. Das ist kein Nachteil an sich. Du zahlst für Funktionsumfang. Es heißt nur: Rechne nicht mit dem Starter-Preis, wenn du eigentlich Professional-Funktionen willst.

Welches CRM für wen

Auf drei Sätze eingedampft: Pipedrive, wenn dein CRM den Vertrieb ordnen soll und dein Team schnell arbeiten will, ohne sich durch ein großes System zu wühlen. HubSpot, wenn Marketing, Vertrieb und Service zusammenwachsen sollen und du bereit bist, für den Ausbau später mehr zu zahlen. Zoho, wenn das Budget zählt oder du ohnehin schon Zoho nutzt und die Einarbeitung nicht scheust.

Das Tool ist selten das eigentliche Problem

In den meisten CRM-Projekten, die schieflaufen, lag es nicht am Tool. Es lag an den Daten. Doppelte Kontakte, uneinheitliche Firmennamen, halb gepflegte Felder aus dem alten System. Wenn du diesen Ballast unbesehen ins neue CRM kippst, hast du nach drei Monaten dasselbe Chaos, nur in schöner. Plane die Migration und die Datenbereinigung ernsthaft ein, egal für welches der drei Tools du dich entscheidest. Mehr dazu in meinem Ratgeber zur CRM-Migration.

Häufige Fragen

Was ist das beste CRM für kleine Unternehmen?

Es gibt kein pauschal bestes CRM. Für ein kleines Vertriebsteam mit knappem Budget ist Pipedrive meist die pragmatischste Wahl. Sollen Marketing und Vertrieb zusammenlaufen, passt HubSpot besser. Ist der Preis das wichtigste Kriterium, bekommst du mit Zoho CRM am meisten Funktion fürs Geld.

Ist HubSpot für kleine Unternehmen zu teuer?

Nein, der Einstieg ist kostenlos und für kleine Teams gut nutzbar. Teuer wird HubSpot erst, wenn du in die Professional-Tarife wechselst, etwa für Marketing-Automation oder erweitertes Reporting. Solange du im Free- oder Starter-Bereich bleibst, ist es sehr bezahlbar.

Pipedrive oder HubSpot für den Vertrieb?

Wenn dein CRM ausschließlich den Vertrieb organisieren soll, ist Pipedrive schlanker, schneller eingerichtet und günstiger. HubSpot lohnt sich, sobald Marketing, Service oder tieferes Reporting dazukommen und die Bereiche ein gemeinsames System teilen sollen.

Warum ist Zoho CRM so viel günstiger?

Zoho finanziert sich über ein breites Produktökosystem und verkauft das CRM sehr preisaggressiv. Du bekommst dafür viel Funktion und Anpassbarkeit, investierst aber mehr Zeit in Einrichtung und Konfiguration, bis das System zu deinen Prozessen passt.

Wie aufwendig ist der Wechsel von einem CRM zum anderen?

Der technische Export und Import der Daten ist meist der kleinere Teil. Aufwendig ist die Datenbereinigung: Dubletten entfernen, Felder vereinheitlichen, Prozesse neu abbilden. Diesen Schritt solltest du unabhängig vom gewählten Tool einplanen, sonst zieht das alte Chaos einfach mit um.

Und wenn du dir unsicher bist?

Die drei Tools nehmen sich weniger, als die Marketing-Seiten glauben machen. Entscheidend ist, dass das CRM zu deinen Prozessen passt und sauber eingerichtet wird. Ich arbeite überwiegend mit HubSpot, sage dir aber ehrlich, wenn Pipedrive oder Zoho für deinen Fall die klügere Wahl sind. Genau diese Einordnung mache ich in der CRM-Beratung.

Wenn du deine Tools stärker automatisieren willst, statt nur Kontakte zu speichern, lohnt auch ein Blick auf den Vergleich der Automationstools in meinem Artikel zu n8n, Zapier und Make.

→ Lass uns in 15 Minuten klären, welches CRM zu dir passt


Geschrieben von Joshua Kresse. Ich baue CRM- und Automatisierungslösungen für B2B-Unternehmen, meistens mit HubSpot, manchmal bewusst ohne.