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Wie läuft eine HubSpot-Implementierung ab? Phasen, Dauer und wer dabei sein muss

Wie eine HubSpot-Implementierung wirklich abläuft: die einzelnen Phasen, wie lange jede dauert und wer aus deinem Team dabei sein muss. Aus der Praxis, ohne Projektplan-Geschwurbel.

Joshua Kresse
Joshua Kresse
Founder · Pipewave

Wie läuft eine HubSpot-Implementierung ab? Phasen, Dauer und wer dabei sein muss

Wenn jemand fragt, wie eine HubSpot-Einführung abläuft, steckt hinter der Frage meistens eine andere: Wie lange bin ich da gebunden, und was kommt auf mein Team zu? Beide Sorgen sind berechtigt. Ich habe schon Einführungen erlebt, die nach anderthalb Wochen liefen, und solche, die sich über Monate gezogen haben. Der Unterschied lag fast nie an HubSpot selbst.

Ich gehe hier die Phasen durch, so wie sie tatsächlich aufeinanderfolgen, mit einer ehrlichen Einschätzung zur Dauer und dazu, wer aus deinem Team an welcher Stelle wirklich gebraucht wird. Das ist kein Projektplan zum Abhaken, sondern eine Beschreibung dessen, was in der Reihenfolge passiert.

Phase 1: Kickoff und Zielbild

Am Anfang steht kein Klick in HubSpot, sondern ein Gespräch. Was soll das CRM können, wenn es fertig ist? Wer arbeitet täglich damit? Welche Tools sollen bleiben, welche ablösen? Das klingt selbstverständlich, aber genau hier entscheidet sich, ob das Setup später passt oder an der Realität vorbeigeht.

Ein Beispiel: "Wir wollen unsere Leads im CRM haben" ist kein Ziel, mit dem ich arbeiten kann. "Jede Anfrage über das Kontaktformular und aus dem Vertriebspostfach soll innerhalb von zwei Stunden bei der richtigen Person liegen, mit Quelle und Status" schon. Aus dem zweiten Satz kann ich ein Datenmodell und Automatisierungen ableiten. Aus dem ersten nicht.

Wer muss dabei sein? Die Person, die Entscheidungen treffen kann, ohne nach jedem Satz Rücksprache zu halten. Bei kleineren Firmen ist das oft die Geschäftsführung selbst, bei größeren der Vertriebs- oder Marketingleiter. Dauer: ein bis zwei Termine, zusammen meist unter drei Stunden.

Phase 2: Datenmodell und Standards

Jetzt wird es technisch, aber nicht im Sinne von Code. Hier legen wir fest, wie deine Daten in HubSpot aussehen: welche Felder es gibt, welche Pflicht sind, wie sie benannt werden, was ein Kontakt von einem Unternehmen unterscheidet und in welchen Lifecycle-Stages ein Lead durchläuft.

Diese Phase wird unterschätzt, und sie rächt sich, wenn man sie schludert. Ein CRM mit unklaren Feldern füllt sich nach drei Monaten mit Mülldaten, und dann ist jede Auswertung wertlos. Deshalb investiere ich hier bewusst Zeit. Wenn du Daten aus Excel oder einem alten CRM mitbringst, schauen wir sie hier zum ersten Mal genau an: Was ist brauchbar, was sind Dubletten, was kann weg.

Beteiligt bist du vor allem mit Wissen, nicht mit Zeit am Bildschirm. Ich brauche jemanden, der mir sagen kann, was die Felder bedeuten und welche Unterscheidungen im Tagesgeschäft wirklich wichtig sind. Dauer: je nach Datenchaos ein bis vier Tage, der Großteil davon auf meiner Seite.

Phase 3: Pipeline und Prozesse

Die Pipeline ist das Herz im Vertriebsalltag, und sie ist der Teil, bei dem die meisten Diskussionen entstehen. Welche Phasen durchläuft ein Deal? Wann gilt ein Lead als qualifiziert? Wer übernimmt ihn, und was passiert bei der Übergabe?

Hier kommt ein Punkt, den viele zu spät merken: Eine Pipeline bildet einen Prozess ab, den es geben muss, bevor man ihn ins System bringt. Wenn drei Vertriebler den gleichen Lead unterschiedlich behandeln, kann HubSpot das nicht reparieren. Dann gehört zu dieser Phase die Arbeit, sich überhaupt erst auf einen Ablauf zu einigen. Das ist anstrengend, aber es ist der eigentliche Wert. Das System schreibt den Konsens dann nur fest.

An dieser Stelle braucht es Leute, die später wirklich im System arbeiten, nicht nur die Führungsebene. Ein, zwei Personen aus dem Vertrieb, die ihren Alltag kennen. Sie merken sofort, wenn eine geplante Phase in der Praxis nicht funktioniert. Dauer: meist zwei bis drei Tage, verteilt auf ein paar Abstimmungen.

Phase 4: Automatisierung

Erst wenn Datenmodell und Pipeline stehen, lohnt sich Automatisierung. Vorher würde man Regeln auf einen Prozess setzen, der sich noch ändert. Jetzt geht es um die Dinge, die nicht mehr von Hand passieren sollen: Lead-Routing zum richtigen Owner, automatische Follow-up-Aufgaben, Benachrichtigungen, wenn ein Deal zu lange liegt, kleine Qualitätsprüfungen auf den Daten.

Wie weit man hier geht, ist eine Budget- und Sinnfrage. Die ersten paar Automatisierungen bringen den größten Effekt, danach wird der Nutzen pro zusätzlicher Regel kleiner. Ich baue lieber wenige, die sicher laufen und die jeder versteht, als ein Geflecht, das niemand mehr durchschaut. Wo HubSpot an seine Grenzen kommt, hänge ich n8n für die komplexere Logik daneben.

Von deiner Seite ist hier kaum jemand gebunden. Ich baue, du testest am Ende mit. Dauer: ein bis drei Tage, abhängig davon, wie viel automatisiert werden soll.

Phase 5: Onboarding und Go-Live

Ein technisch perfektes Setup, das keiner benutzt, ist ein teures Nichts. Deshalb ist diese Phase keine Formsache. Dein Team lernt, wie es mit dem System arbeitet, wo es welche Information findet und wie der neue Pipeline-Ablauf im Alltag aussieht. Dazu gehört eine kurze Dokumentation, an der man sich später wieder festhalten kann.

Go-Live heißt nicht, dass am Tag danach alles still ist. Die ersten zwei Wochen tauchen Fragen auf, kommen Sonderfälle, fällt auf, dass eine Kleinigkeit anders gedacht war als gebaut. Das ist normal und gehört dazu. Ein guter Übergang plant diese Wochen ein, statt das Projekt mit dem Go-Live für beendet zu erklären.

Hier ist dein ganzes Team gefragt, zumindest die, die täglich im CRM arbeiten. Ein bis zwei Trainingstermine, dann Begleitung im laufenden Betrieb. Dauer der eigentlichen Schulung: überschaubar, ein paar Stunden. Die Einarbeitung im Alltag zieht sich dann von selbst über die ersten Wochen.

Wie lange dauert das Ganze realistisch?

Ein Basis-Setup mit sauberem Datenmodell, einer funktionierenden Pipeline und den wichtigsten Automatisierungen steht oft in ein bis zwei Wochen, wenn die Entscheidungen schnell fallen und die Daten halbwegs in Ordnung sind. Bei mehreren Teams, vielen Altdaten und Integrationen in andere Systeme wird es mehr, dann reden wir eher über vier bis sechs Wochen.

Was die Sache verlängert, ist fast nie die Technik. Es sind unklare Prozesse, Daten in schlechtem Zustand und Entscheidungen, die liegen bleiben, weil die richtige Person keine Zeit für den nächsten Termin hat. Wenn du eine Einführung beschleunigen willst, ist der größte Hebel, intern Klarheit zu schaffen, bevor es losgeht. Welche Felder zählen, wie der Vertriebsablauf aussieht, wer entscheidet.

Wer aus deinem Team eingebunden sein sollte

Über alle Phasen hinweg läuft es auf zwei Rollen hinaus. Erstens jemanden mit Entscheidungsbefugnis, der nicht für jede Frage eine Sitzung einberufen muss. Zweitens ein bis zwei Personen, die später wirklich mit dem System arbeiten und ihren Alltag kennen. Diese zweite Gruppe wird gern vergessen, weil man die Einführung als Chefsache behandelt. Das ist ein Fehler. Ein CRM, das ohne die Leute gebaut wurde, die es benutzen sollen, geht an der Praxis vorbei.

Mehr Leute braucht es selten. Ein großes Komitee macht eine HubSpot-Einführung nicht besser, nur langsamer.

Wenn du wissen willst, wie das bei dir aussieht

Jede Einführung ist anders, weil jeder Vertriebsalltag anders ist. Wie der Ablauf bei dir konkret aussehen würde, was schnell geht und wo der Aufwand steckt, lässt sich in einem kurzen Gespräch ziemlich gut einschätzen. Wie ich HubSpot grundsätzlich aufsetze, steht auf der Seite zur HubSpot-Implementierung. Wenn du lieber direkt erzählst, wo du gerade stehst, schreib mir kurz über das Kontaktformular. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung, auch zur Dauer.


Geschrieben von Joshua Kresse. Ich richte bei Pipewave HubSpot ein und automatisiere Vertriebs- und CRM-Prozesse auf Basis von HubSpot und n8n.